Hilfe, es läuft nicht nach Plan

Was wäre ein schöneres Thema als sein Blog mit Anekdoten und Erfahrungen von Reisen einzuweihen, bei denen das ein oder andere schief gelaufen ist. Denn wenn etwas gibt, wo ich mich mit meinen gerade mal 18 Jahren als Profi bezeichnen würde, dann ist es, die  Zerstörung des eigentlichen Reiseplanes gelassen hin zu nehmen.

Sei es die Bahn, das Flugzeug, das Hotel – es gibt immer irgendwas, das nicht so ganz klappt, wie man es sich vorstellt. Ich habe mal zwei Erlebnisse zum Thema „Fliegen“ rausgesucht.

Osterferien 2010, Flughafen Sydney

Ich habe die letzten drei Wochen im Hause meiner Tante verbracht, alleine – die Eltern am anderen Ende der Welt. Der Tag der Abreise ist da und ich stehe vollbepackt am Flughafen. Meine Tante soll mich dort der Fluggesellschaft übergeben, da wir den Flug mit Reisebegleitung gebucht hatten. Die 13jährige Tochter alleine in Hong Kong umsteigen zu lassen war meiner Mutter dann doch nicht so ganz geheuer. Ich stand also am Check-In Schalter während meine Tante sich mit der Dame unterhielt, wovon ich nur wenig verstand, da mein Englisch zu der Zeit wenig überragend war. Dass etwas nicht stimmte, wurde jedoch schnell deutlich. Meine Tante drehte sich dann nach einigen weiteren Worten zu mir und meinte, dass ich nicht fliegen könnte und wir jetzt wieder nach Hause fahren würden. Irgendwas wäre in Island mit einem Vulkan, daher würde mein Flieger von Hong Kong nach Frankfurt ausfallen. Und da die Flughafengesellschaft in China für mich verantwortlich gewesen wäre, solle ich doch gleich in Australien bei meiner Tante bleiben, das wäre für beide Seiten einfacher. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich sehr froh drum war. Denn wäre ich ein paar Jahre älter gewesen und alleine geflogen, hätte ich am Hong Konger Flughafen für zwei Wochen campieren können. So fuhren wir wieder nach Hause mit der Info, dass ich vier Tage später fliegen sollte, allerdings sollten wir dann vorher nochmal anrufen, ob der Flugverkehr bis dahin wieder möglich war. Wer die Nachrichten zu der Zeit verfolgt hat weiß, dass das richtige Chaos erst kam. So konnte ich bei meiner Tante erstmal wieder alle Sachen auspacken und mir jeden Abend die Nachrichten ansehen, in denen Horrormeldungen wie „Fällt der Flugverkehr für Monate aus“ diskutiert wurden. Eine sehr motivierende Diskussion für einen Teenager Down Under.

Eyjafjallajökull sei Dank wurde mein Urlaub unfreiwillig um einige Wochen verlängert. Aus drei geplanten wurden fast sechs. Aber seien wir mal ehrlich – das war die beste Ausrede jemals, warum ich nicht zur Schule kommen konnte.

Eine weitere Episode „Wie die Natur uns den Heimflug strich“:

Neu-Delhi, Januar 2014

Geplant war ein Flug morgens um sechs, so dass wir mit Zeitverschiebung nachmittags desselben Tages in Frankfurt landen würden. Diesmal war es kein Vulkan am anderen Ende der Welt, sondern der dichte Nebel vor Ort, der uns einen Strich durch den Reiseplan machte. So wurde aus der Abflugszeit von sechs auf einmal 13 Uhr. (Wobei wir noch Glück hatten, einige Flieger hatten über 24 Stunden Verspätung.) Man konnte sich nicht mal über irgendetwas aufregen, denn in einem Flieger, wo die Piloten nichts sahen, wollte man schließlich auch nicht sitzen.

Die Sitze der Wartehalle wurden kurzerhand zum persönlichen Feldbett umfunktioniert, schließlich war man seit drei Uhr früh auf den Beinen. Die sieben Stunden Verspätung hatten zur Folge, dass logischerweise der Anschlussflug in Amman, Jordanien verpasst wurde. Da am selben Tag kein Flieger mehr Richtung Heimat ging, mussten wir auschecken und wurden in einem Hotel nahe  Flughafen untergebracht. Der Flieger am nächsten Tag nach Deutschland war ebenfalls ausgebucht, so dass wir in der früh zunächst Richtung Rom aufbrachen. Von da ging es allerdings erst abends wieder nach Frankfurt, allerdings nicht mehr von unserer eigenen Fluggesellschaft – wir wurden kurzerhand auf Lufthansa umgebucht.

Ich habe mich selten so fehl am Platz gefühlt, als mit fast zwei Tagen getragenen Trekkingklamotten mit denen man vorher zwei Wochen durch Indien und Nepal ist, zwischen all den schick gestylten Italienerinnen. So wurde dank ein bisschen Nebel die Heimreise etwas (so ca. 1,5 Tage) verlängert. Und was gibt es schöneres, als mitten in der Nacht daheim anzukommen und am nächsten morgen direkt in der Schule antanzen zu dürfen.

Am meisten beeindruckt hat mich aber die Tatsache, dass unser in Neu Delhi aufgegebens Gepäck seinen Weg über Amman und Rom wirklich in Frankfurt angekommen ist. Es waren sogar die ersten Gepäckstücke, die aufs Kofferband gebracht wurden. Und das, wo wir wirklich Bedenken hatten, dass unsere Rucksäcke in den Tiefen der Fluggesellschaften verloren gegangen sind.

Ist euch auch schon einmal so etwas passiert?

Liebe Grüße

Lu

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4 Kommentare

  1. Nina H. · Mai 17, 2015

    Toller Einstiegsartikel 🙂
    Gefällt mir gut 😀
    Schade, dass ich noch nie geflogen bin 😦

    Liebe Grüße
    Nina von
    liveisaboutcreatingyourself.blogspot.de 🙂

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  2. Janna · Mai 17, 2015

    Ich erinnere mich daran, wie das Flaschencontainer-Leerungsfahrzeug dem Bus den Weg versperrte und wir nicht wegkamen und du daraufhin den Bummelzug nehmen musstest…

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    • enrecuerdodeargentina · Mai 17, 2015

      Wenn der Fahrer gewusst hätte, was das für eine Kettenreaktion ausgelöst hat… der hätte sich höchstpersönlich entschuldigt 😀

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  3. Limi · Mai 23, 2015

    oh ich liebe Reisen auch so sehr 😉 wer nicht?! 😉 war leider noch nicht soo oft weiters weg… aber mal sehen was die zukunft birgt 😉
    allerliebste Grüße
    deine Limi ♥
    von BUNTGEFLUESTER

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